Sozialforschung Durch Bã¼Rgerinitiativen de Helmut e. Lück(Springer Verlag Gmbh) (in German)
Lück Helmut E.
Synopsis "Sozialforschung Durch Bã¼Rgerinitiativen de Helmut e. Lück(Springer Verlag Gmbh) (in German)"
Anfang 1979 trat die Bürgerinitiative "Wohnliches Wiesdorf" e.Y., eine Leverkusener Gruppe von Bür- gern, die sich für Belange ihres Stadtteils einsetzt, mit der Bitte an mich heran, die Durchführung einer Repräsentativbefragung Leverkusener Bürger in me- thodischer Hinsicht zu betreuen. Obwohl mir eine solche Befragung und die notwendige Zusammenarbeit zunächst nicht ganz unproblematisch erschienen, sagte ich meine Hilfe zu. Bürgerinitiativen, die inzwischen in der Bundes- republik ein nicht zu verkennendes politisches Poten- tial darstellen, sind zwar selbst schon Gegenstand sozialwissenschaftlicher Forschung geworden (vgl. etwa Fietkau und Hüttner 1979, S. 29 - 38), aber Sozialforschung durch Bürgerinitiativen dürfte sehr selten sein - zumindest in der Qualität und in dem Ausma der im folgenden berichteten Studie. Da Bürgerinitiativen im allgemeinen wenig Sozial- forschung betreiben, obwohl dies manchmal sinn- voll wäre, hat seine Gründe: Es fehlen nicht nur die Kenntnisse der Forschungsmethoden und die tech- nischen Möglichkeiten (z.B. EDY), sondern man ist oft stärker an spektakulären Aktionen und presse- wirksamen Auseinandersetzungen interessiert und um direktes Durchsetzen der eigenen Interessen bemüht. Die Haltung des Sozialforschers ist dagegen distan- zierter, neutraler. Er mu (zumindest, wenn er sich 7 einer empirisch-analytischen Denkweise verpflichtet fühlt) auch mit Ereignissen rechnen, die seinen Er- wartungen und persönlichen Interessen widersprechen.